Deutsche Stiftung Organtransplantation | Gemeinnützige Stiftung | Koordinierungsstelle Organspende
 

(Niere-) Pankreas – Warteliste und Vermittlung

Im Jahr 2017 gab es 72 Pankreastransplantationen. Die meisten Patientinnen und Patienten leiden seit der Kindheit an Diabetes und erhalten gleichzeitig eine Spenderniere.

Die Pankreastransplantation erfolgt in der Regel in Kombination mit der Transplantation einer Niere des gleichen Spenders. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz kann eine kombinierte Pankreas-Nieren-Transplantation auch vor Einleitung der Dialysetherapie vorgenommen werden. Eine Pankreastransplantation allein kann erfolgen nach vorausgegangener Nierentransplantation oder bei schweren sekundären Komplikationen des Diabetes mellitus.

Entsprechendes gilt für Pankreas-Insel-Transplantationen. (Dabei werden die Insulin-produzierenden Zellen aus dem Spenderpankreas isoliert, aufbereitet und über einen Katheter in die Pfortader der Leber eingebracht.) Die Patienten müssen auf die international bekannten und die im Zentrum erreichten Ergebnisse der Pankreas-Organtransplantation und der Pankreas-Insel-Transplantation im Vergleich hingewiesen werden.

Gründe für die Aufnahme auf die Warteliste zur Pankreastransplantation sind Diabetes mellitus Typ I bei dialysepflichtigen Patienten. Bei in Kürze erforderlicher Dialysebehandlung gelten die gleichen Regeln wie für die Nierentransplantation.
Kontraindikationen für die Aufnahme sind – wie bei einer Nierentransplantation:

  • nicht kurativ behandelte bösartige Erkrankungen
  • klinisch manifeste Infektionserkrankungen
  • schwerwiegende zusätzliche Erkrankungen (z.B. Herz- und Gefäßerkrankungen, Bronchial- und Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen)

wobei zusätzliche Erkrankungen und Risiken sehr viel stärker, und den Besonderheiten bei Diabeteskranken angepasst, gewichtet werden.

Wenn gleichzeitig die Indikation zur Durchführung einer zweiten Transplantation vorliegt, gelten die genannten Kontraindikationen nur eingeschränkt.

Die Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten in die Warteliste, ihre Führung sowie über die Abmeldung eines Patienten trifft eine ständige, interdisziplinäre und organspezifische Transplantationskonferenz des Transplantationszentrums. Daran ist auch mindestens ein Mediziner beteiligt, der nicht unmittelbar in das Transplantationsgeschehen eingebunden ist.

Die Vergabe der gespendeten Organe nach den Richtlinien der Bundesärztekammer erfolgt nach Punktzahlen, die sich aus verschiedenen Voraussetzungen ergeben:

1. Blutgruppenkompatibilität (A-B-0-System)

Die Blutgruppenkompatibilität zwischen Spender und Empfänger ist Grundvoraussetzung für eine Organtransplantation. Die Allokation erfolgt zunächst blutgruppenidentisch. Falls das nicht möglich ist, erfolgt die Verteilung blutgruppenkompatibel nach den folgenden Regeln:

Spender BlutgruppeEmpfänger Blutgruppe
00, A, B, AB
AA, AB
BB, AB
ABAB

2. Wartezeit

Als Wartezeit zählt die Zeit seit der Aufnahme in die Warteliste. Die Wartezeit wird in Tagen berechnet und in einer Punktzahl ausgedrückt.

3. Konservierungszeit

Patienten, die auf der Warteliste eines Zentrums in der Region, in der das Organ entnommen wurde, stehen, erhalten zusätzliche Punkte.

Eine besondere Dringlichkeit besteht

  • für eine frühe Retransplantation nach Versagen des Ersttransplantats innerhalb von 14 Tagen.
  • für das Syndrom der unbemerkten schweren Hypoglykämie oder der ausgefallenen Hypoglykämiegegenregulation.
 

Region Ost

Region Nord

Region Nord-Ost

Region Nordrhein-Westfalen

Region Mitte

Region Baden-Württemberg

Region Bayern