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Dünndarm – Warteliste und Vermittlung

Dünndarmtransplantationen werden in Deutschland noch selten durchgeführt. Besonders bei der isolierten Dünndarmtransplantation wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt.

Derzeit können auf die Warteliste zur Dünndarmtransplantation Patientinnen und Patienten aufgenommen werden, die lebenslang ausschließlich auf eine Ernährung durch Dauerinfusion angewiesen sind. Dabei werden die Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf eingeleitet. Diese Behandlung kann notwendig sein in Folge

a) eines Kurzdarmsyndroms, das bedeutet einer signifikanten Mangelernährung bedingt durch einen ausgedehnten Verlust des Dünndarms

b) einer funktionellen Störung

c) eines eingeschränkt bösartigen Geschwulstes, das keine Tochtergeschwülste bildet

d) einer durch eine Strahlentherapie verursachten Entzündung der Darmwand, wenn mehr als fünf Jahre kein Tumor nachzuweisen war.

Für die Aufnahme in die Warteliste gelten folgende Kontraindikationen, die den Behandlungserfolg bei einer Dünndarmtransplantation ernsthaft in Frage stellen:

  • nicht kurativ behandelte bösartige Erkrankungen
  • klinisch manifeste Infektionserkrankungen
  • schwerwiegende Erkrankungen anderer Organe (z.B. Herz- und Gefäßerkrankungen, Bronchial- und Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen)

Bei der Aufnahme in die Warteliste soll stets der körperliche und seelische Gesamtzustand des Patienten hinsichtlich eines Behandlungserfolges eingeschätzt werden.

Die Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten in die Warteliste, ihre Führung sowie über die Abmeldung eines Patienten trifft eine ständige, interdisziplinäre und organspezifische Transplantationskonferenz des Transplantationszentrums. Daran ist auch mindestens ein Mediziner beteiligt, der nicht unmittelbar in das Transplantationsgeschehen eingebunden ist.

Die Vermittlung von Organen zur Dünndarmtransplantation erfolgt nach den Richtlinien der Bundesärztekammer.

1. Blutgruppenkompatibilität (A-B-0-System)

Die Blutgruppenkompatibilität zwischen Spender und Empfänger ist Grundvoraussetzung für eine Organtransplantation.

Spender BlutgruppeEmpfänger Blutgruppe
00, A, B, AB
AA, AB
BB, AB
ABAB

2. Wartezeit

Die Dauer der Wartezeit ist ein wichtiger Punkt für die Prognose nach der Transplantation. Die insgesamt zu berücksichtigende Wartezeit ist derzeit auf zwölf Monate zu begrenzen. Die Wartezeit wird in Tagen berechnet.

3. Konservierungszeit

Neben der Wartezeit ist die Konservierungszeit ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Transplantation. Sie sollte daher möglichst kurz gehalten werden.

Bei Kindern im Wachstumsalter muss die Wartezeit möglichst kurz gehalten werden. Unter Berücksichtigung von Indikation und Erfolgsaussicht erfolgt eine vorrangige Vermittlung für die kombinierte Leber-Dünndarmtransplantation, da Kinder bei diesem Krankheitsbild oft eine Zirrhose entwickeln.

 

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