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Nierentransplantation

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 1.364 Nieren nach postmortaler Organspende und 557 nach einer Lebendspende transplantiert. Zur Zeit warten rund 8.000 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Empfänger

Bei endgültigem Nierenversagen kann nur die regelmäßige Dialyse oder eine Transplantation das Leben des Patienten erhalten. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind die primär insulinabhängige Diabetes mellitus mit Nierenkomplikation, das chronische nephritische Syndrom, die hypertensive Nierenkrankheit mit Niereninsuffizienz und die polyzystische Niere.

Lebendspende

Da Nieren paarig angelegt sind, ist prinzipiell eine Lebendspende möglich. 2017 wurden in 37 Zentren insgesamt 557 Nierentransplantationen nach Lebendspende vorgenommen, 29,0 Prozent aller Nierentransplantationen. Als Spender in Frage kommen nahe Verwandte und Personen, die dem Empfänger persönlich eng verbunden sind.

Konservierung und Spenderkriterien

Nach der Entnahme werden die Spendernieren mit einer gekühlten Lösung perfundiert und spätestens innerhalb von 24 Stunden transplantiert.

Geschichte

Die erste erfolgreiche Transplantation mit dauerhaftem Erfolg war eine Nierentransplantation:

  • 1954 übertrug der Chirurg Joseph Murray am Bostoner Bent Brigham Hospital dem schwer nierenkranken Richard Herrick die Niere seines Zwillingsbruders Ronald.
  • 1959 gelang ebenfalls in Boston, mit Hilfe der neu entwickelten Immunsuppressiva, die erste Nierentransplantation bei Verwandten.
  • 1963 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Berlin von Wilhelm Brosig und Reinhard Nagel vorgenommen.
 
  • Grafiken

    Anmeldungen und Nierentransplantationen

    Seit einigen Jahren ist die Zahl der Nierentransplantationen in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

    Wurde zu Beginn der Dekade noch ein Höchstwert von 2.937 Nierentransplantationen verzeichnet, zählte das Jahr 2017 nur noch 1.921 Nierentransplantationen.

    Im Jahr 2017 wurden 3.054 Menschen zur Nierentransplantation angemeldet. Davon waren 2.633 Neuanmeldungen und 421 Wiederholungsanmeldungen. Eine Wiederholungsanmeldung ist eine erneute Anmeldung eines bereits transplantierten Patienten auf die Warteliste für das gleiche Organ.


    Nierentransplantationen (ohne Lebendspende)

    In 37 deutschen Transplantationszentren wurden im Jahr 2017 insgesamt 1.364 Nieren nach postmortaler Organspende transplantiert.

    Indikationen für eine Nierentransplantation

    Die Abbildung zeigt die zehn häufigsten ICD-10 Hauptdiagnosen bei der Neuanmeldung eines Patienten auf der Warteliste für ein Nierentransplantat.

    Bei einem Patienten sind mehrere Diagnosen möglich. Insgesamt gab es 58 Hauptdiagnosen bei 2.633 Fällen. Auf 2.082 Fälle treffen die zehn häufigsten Diagnosen zu.

    Die häufigsten Diagnosen, die eine Nierentransplantation notwendig machen, waren 2017 die zystische sowie die chronische Nierenkrankheit und das chronische nephritische Syndrom. 

    Aktive Warteliste und Nierentransplantation

    7.924 Patienten standen zum 31.12.2017 auf der Warteliste für eine Nierentransplantation.


    Nierentransplantationen nach Lebendspende

    Im Jahr 2017 wurden in 37 Transplantationszentren 557 Nieren von lebenden Spendern (inkl. blutgruppeninkompatible Nierenlebendspenden) übertragen.


    Anteil der Nierenlebendspenden an der Nierentransplantation

    Der Anteil der Nierentransplantationen nach einer Lebendspende lag im Jahr 2017 bei 29,0 Prozent.

     

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