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Herztransplantation

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 286 Herztransplantationen in 22 Kliniken durchgeführt. 2015 wurden 477 Patienten neu zur Transplantation angemeldet.

Empfänger

Eine Herztransplantation wird in Betracht gezogen, wenn ein Patient an fortgeschrittenem Herzversagen leidet, das durch andere therapeutische Maßnahmen nicht mehr zu bessern ist. Mehr als die Hälfte der Patienten leiden an einer Kardiomyopathie. Seltener sind Herzklappenfehler oder angeborene Herzfehler.

Unterstützungssysteme

Um die Wartezeit auf ein Spenderorgan zu überbrücken und den Allgemeinzustand des Patienten zu verbessern, werden künstliche Herzpumpen eingesetzt. Sie unterstützen die Pumpfunktion des Ventrikels.

Herz-Lungen-Transplantation

Bei irreversiblen Erkrankungen von Herz und Lunge ist eine Transplantation beider Organe angezeigt. Die Primärerkrankung kann das Herz betreffen, z.B. angeborenene Herzfehler, und zum Bluthochdruck in der Lunge führen. Lungenerkrankungen können eine Herzinsuffizienz bedingen, z.B.: Fibrose oder Emphysem. Die Patienten leiden unter schwerer Atemnot und starkem Gewichtsverlust.

Konservierung und Spenderkriterien

Als Spender kommen nur Verstorbene in Frage, deren Herz nicht durch eine Vorerkrankung geschädigt ist. Wichtig ist eine weitgehende Übereinstimmung der Größe von Spender- und Empfängerherz. Die Konservierungszeit sollte maximal 4 bis 6 Stunden betragen.

Geschichte

Am 3. Dezember 1967 wurde in Kapstadt die weltweit erste Herztransplantation vorgenommen: Der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard übertrug dem 55-jährigen Louis Washkansky ein Herz, das jedoch nur 18 Tage schlug. Im folgenden Jahr wurden über 100 Herztransplantationen in mehr als 22 Ländern vorgenommen, jedoch fast immer ohne langfristigen Erfolg. Die meisten Patienten starben in den ersten vier Monaten nach dem Eingriff. Die erste Herztransplantation in Deutschland wurde 1969 von Fritz Sebening und Werner Klinner an der damaligen Zenker-Klinik durchgeführt. Erst in den achtziger Jahren, nach der Einführung von effektiven, risikoarmen immunsuppressiven Medikamenten, werden die Herztransplantations-Programme ausgeweitet.

 
  • Grafiken

    Neuanmeldungen und Herztransplantationen

    Im Jahr 2015 setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre sowohl bei den Herztransplantationen in Deutschland als auch bei den Neuanmeldungen zur Transplantation weiter fort.

    Einfluss auf die Zahl der Herztransplantationen haben neben den limitierten postmortalen Herztransplantaten die Veränderung in der Indikationsstellung zur Herztransplantation, eine vermehrte Routineanwendung von Herzunterstützungssystemen und verbesserte konservative medikamentöse Therapien in der Behandlung von Herzkrankheiten


    Herz- und Herz-Lungen-Transplantationen

    In 22 deutschen Transplantationszentren wurden im Jahr 2015 insgesamt 286 Herz- und kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen durchgeführt.


    Indikationen für eine Herztransplantation

    Die Kardiomyopathie sowie die chronische ischämische Herzkrankheit waren 2015 die Hauptgründe für eine Anmeldung zur Herztransplantation.

     

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