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Postmortale Organspende

Die Spende von Organen nach dem Tod ist durch das Transplantationsgesetz (TPG) genau geregelt.

Damit bei einem Verstorbenen Organe entnommen werden dürfen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Verstorbene oder – stellvertretend – seine Angehörigen müssen in die Organentnahme eingewilligt haben.
  • Der Tod muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer eindeutig festgestellt worden sein.

Als mögliche Organspender werden Verstorbene bezeichnet, bei denen der Tod  nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt worden ist und keine medizinischen Ausschlussgründe zur Organspende bezüglich der Organfunktion oder der Gefährdung des Empfängers durch übertragbare Krankheiten vorliegen.

Als beauftragte Koordinierungsstelle für die Organspende organisiert die DSO nach Feststellung des Todes alle Schritte des Organspendeablaufs von der Mitteilung eines möglichen Spenders im Krankenhaus bis zur Übergabe der Organe an die Transplantationszentren.

  • Ablauf einer postmortalen Organspende
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    Kontaktaufnahme mit der DSO
    FOTOGRAFIE: DSO / THOMAS GOOS

    Kontaktaufnahme mit der DSO

    Die Mitarbeiter der Krankenhäuser mit Intensivstation nehmen zu allen Fragen der Organspende Kontakt mit der zuständigen DSO-Region auf. Die Unterstützungsarbeit der DSO, angefangen bei der ersten telefonischen Beratung bis hin zur Organspende bezeichnet man als organspendebezogenen Kontakt.
    Die DSO ist für die Krankenhäuser bundesweit rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar.

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    Ärzte stellen den Hirntod fest
    FOTOGRAFIE: DSO / JOHANNES REY

    Ärzte stellen den Tod fest

    Eine massive Hirnschädigung, z.B. durch eine schwere Kopfverletzung oder Hirnblutung, kann trotz aller medizinischen Maßnahmen zum Tod des Patienten führen.

    Die Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ist die medizinische Voraussetzung für eine Organspende. Die Feststellung erfolgt nach den Richtlinien der Bundesärztekammer. 

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    Gespräch mit den Angehörigen
    FOTOGRAFIE: DSO / THOMAS GOOS

    Gespräch mit den Angehörigen

    Eine Organspende ist in Deutschland nur mit einer Einwilligung möglich. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten keine eigene Entscheidung getroffen und z.B. in einem Organspendeausweis dokumentiert, so werden die nächsten Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten.

    Da viele Menschen zu Lebzeiten keine eigene Entscheidung fällen, ist das Gespräch mit den Angehörigen häufig die Voraussetzung für eine Organspende.

    Die DSO legt großen Wert darauf, dass die Angehörigen eine stabile Entscheidung treffen. Die behandelnden Ärzte informieren die Familienmitglieder, häufig gemeinsam mit den Koordinatoren der DSO. Sie geben ihnen umfassende Informationen und beantworten ihre Fragen. Über den Verstorbenen zu sprechen, hilft den Trauernden oft, eine Antwort zu finden, die dem vermuteten Willen entspricht.

    Wenn die Angehörigen dies wünschen, informiert sie die DSO in anonymer Form über die Transplantation der gespendeten Organe und steht ihnen auch lange Zeit nach einer Spende unterstützend zur Seite. Dazu gehört die Einladung zu Angehörigentreffen.

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    Schutz der Organempfänger
    FOTOGRAFIE: FOTOLIA | Alexander Raths

    Schutz der Organempfänger

    Um die Organempfänger zu schützen, veranlasst die DSO alle notwendigen Untersuchungen und prüft mögliche Übertragungsrisiken. Zudem leitet sie die Erhebung der medizinischen Daten ein, die für die Vermittlung und Transplantation der Organe wichtig sind.

    Eine sorgfältige Analyse der vorhandenen medizinischen Daten des Verstorbenen sowie ergänzender Untersuchungen werden durchgeführt, um mögliche Erkrankungen des Spenders zu erkennen, die den Empfänger gefährden könnten. Trotz dieser umfassenden Maßnahmen zum Empfängerschutz lässt sich ein geringes Restrisiko jedoch nicht ausschließen. In Laboruntersuchungen werden die Blutgruppe und Gewebemerkmale des Spenders bestimmt. Beides sind wichtige Daten für die Vermittlung der entnommenen Organe.

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    Fortsetzung der Intensivtherapie
    FOTOGRAFIE: ISTOCKPHOTO | Thomas Acop

    Fortsetzung der Intensivtherapie

    Nach der Todesfeststellung ist es notwendig, die Beatmung und das Herz-Kreislauf-System des Verstorbenen weiter aufrecht zu erhalten. Bei der intensivmedizinischen Betreuung des Spenders unterstützt der Koordinator das Klinikpersonal. Die Therapie beeinflusst maßgeblich den Erfolg der Transplantation.

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    Meldung an Eurotransplant
    FOTOGRAFIE: DSO / THOMAS GOOS

    Meldung an Eurotransplant

    Die Koordinatoren senden die Laborwerte mit weiteren Angaben zum Spender an die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Ein spezielles Computerprogramm gleicht dort die Daten der Spenderorgane mit denen der Wartelistenpatienten ab und ermittelt die Empfänger. Die Vergabe richtet sich ausschließlich nach medizinischen Kriterien im Vordergrund stehen die Dringlichkeit und die Erfolgsaussicht.

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    Organentnahme
    FOTOGRAFIE: getty images / Sean Gallup

    Organentnahme

    Für die Entnahme der jeweiligen Organe organisiert die DSO bei Bedarf Entnahmeteams. Gespendet werden können Nieren, Herz, Leber, Lunge, Pankreas und Dünndarm. Üblicherweise entnehmen die Chirurgen, die auch die spätere Transplantation durchführen, Herz und Lunge. Nieren, Pankreas und Leber entnehmen in den meisten Fällen regionale Entnahmeteams, die ebenfalls von der DSO beauftragt werden.

    Die Organspende erfolgt unter den gleichen Bedingungen wie jede andere Operation. Die Ärzte verschließen die Operationswunde sorgfältig und übergeben den Spender in würdigem Zustand für eine mögliche Aufbahrung. Die Angehörigen können sich auch nach der Organentnahme in gewünschter Weise von dem Verstorbenen verabschieden.

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    Organtransport
    FOTOGRAFIE: getty images / Sean Gallup

    Organtransport

    Der Transport von Spenderorganen muss schnell, äußerst sorgfältig und medizinisch einwandfrei geschehen. Die Funktion des Transplantates und damit das Überleben des Organempfängers hängen unmittelbar davon ab.

    Einige Organe lassen sich nur für kurze Zeit konservieren – es kommt auf jede Minute an. Die DSO koordiniert diese anspruchsvolle Logistik und stellt den reibungslosen Ablauf sicher.

     

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    Transplantation
    FOPTOGRAFIE: ISTOCKPHOTO | Platinus

    Transplantation

    Die Empfänger sind bereits auf die Operation vorbereitet, wenn die Organe im Transplantationszentrum ankommen. Damit geht häufig eine lange Zeit des Wartens zwischen Hoffnung und Verzweiflung zu Ende. Mit der Übergabe der Spenderorgane endet die Aufgabe der DSO im Organspendeprozess.

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    Betreuung der Angehörigen
    Fotografie: iStockphoto | vm

    Betreuung der Angehörigen

    Angehörigen von Organspendern bietet die DSO auch Jahre nach der Organentnahme eine Betreuung an. Dazu gehört beispielsweise die Einladung zu Treffen mit anderen Angehörigen, Koordinatoren sowie einem begleitenden Psychologen. Hier besteht für die Familienmitglieder die Möglichkeit, in Gegenwart von Menschen mit gleichen Erfahrungen die eigene Geschichte zu schildern und Fragen zu stellen, die sich vielleicht erst einige Zeit nach der Organspende ergeben haben. Zudem können Angehörige über die DSO auch lange nach der Spende erfahren, wie es den Empfängern geht. Die Auskunft erfolgt anonymisiert.

     

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