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Spendercharakterisierung

Kompaktinformation Spendercharakterisierung

Ausführliche Informationen zum Thema Spendercharakterisierung finden Sie im 7. Kapitel des »Leitfaden für die Organspende«.

  • Zeitpunkt der Untersuchung

    Die Organ- und Spendercharakterisierung ist ein stufenweiser Prozess. Befunde, welche vor der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls im Rahmen der Behandlung des Patienten erhoben wurden, können zur Organ- und Spendercharakterisierung hinzugezogen werden. Generell sind bei der Beurteilung der jeweiligen Organfunktion die zum Zeitpunkt der Befundungserhebung vorliegenden Umstände sowie etwaige im Rahmen der Intensivtherapie seitdem durchgeführte Maßnahmen zu berücksichtigen. Gegebenenfalls kann eine Wiederholung der Untersuchung angezeigt sein.

     
  • Anamnese

    In der Regel handelt es sich um die Erfassung der Fremdanamnese mit Hilfe der Angehörigen und des Hausarztes des Verstorbenen, die durch weitergehende Informationen der vorbehandelnden Ärzte ergänzt werden sollten.

    Die Anamnese erfasst:

    • ärztliche Behandlung
    • Vorerkrankungen/Voroperationen
    • Medikamente/Substanzen
    • Auffälligkeiten in den letzten Monaten (β-Symptomatik)
    • Zugehörigkeit zu Risikogruppen (HIV/HBV/HCV)
    • Reiseanamnese
    • Impfanamnese
    • Vorliegen multiresistenter Keime
    • Tierbiss/-Verletzung
    • Anhaltspunkte für eine Schwangerschaft
     
  • Körperliche Untersuchung

    Orientierende körperliche Untersuchung:

    • auffällige Hautbefunde (Narben, Tumorverdacht, Tätowierungen, Piercings, nicht medizinisch erklärbare Einstichstellen)
    • Lymphknoten (Hals, Achseln, Leisten)
    • übriger körperlicher Befund
     

Ergeben sich aufgrund der Anamnese, der körperlichen Untersuchung, vorliegender Befunde oder des aktuellen Krankheitsverlaufs Hinweise auf besondere, spenderassoziierte Risiken, sind diese durch entsprechende Zusatzuntersuchungen in Zusammenarbeit mit dem DSO-Koordinator abzuklären.

  • Labor

    Organisation durch Krankenhaus:

    • Blutgruppe (serologische Blutgruppenbestimmung und Bedside-Test)
    • arterielle Blutgase unter optimalen Beatmungsparametern (mit Messung bei FiO2 aktuell und FiO2 1,0) z.B. aus der Präoxygenierungsphase des Apnoetests
    • Blutbild (evtl. Differentialblutbild, falls automatisiert verfügbar)
    • Blutzucker
    • Urinstatus (inklusive Ausschluss Proteinurie) und -sediment
    • klinische Chemie: Natrium, Kalium, Kreatinin i.S., Harnstoff i.S., Amylase, Lipase, HbA1c, alkalische Phosphatase, ASAT (GOT), ALAT (GPT), γ-GT, Bilirubin (gesamt und direkt), LDH, CK, CK-MB oder Troponin T/l, Albumin/Gesamtprotein, Quick, PTT, INR, Fibrinogen AT III, C-reaktives Protein (CRP)
     
  • Infektionsdiagnostik

    Der DSO-Koordinator unterstützt das Krankenhaus bei der Organisation der erforderlichen infektionsserologischen Untersuchungen:

    • Kulturen: Blut-/Urinkulturen oder Kulturen aus broncho-alveolärer Lavage (Differentialdiagnose bei schweren Infektionen und Sepsis)

    Organisation und Finanzierung durch die Koordinierungsstelle (DSO):

    • Virologie: Anti-HIV 1/2 inkl. HIV-p24 Antigen, HBsAg, Anti-HBc, anti-HCV, Anti-CMV (bei erhöhtem Risiko für HIV- oder HCV-Infektion, PCR-Abklärung, die über grundsätzliche Spendereignung entscheidet)
    • zeitnah im Nachgang einer realisierten Organspende werden Antikörper gegen EBV, Toxoplasmose und Treponema pallidum (Lues) zur Planung der Prophylaxe, eines entsprechenden Monitorings oder zur Einleitung einer präemptiven Therapie beim Empfänger bestimmt
     
  • Befunde aus apparativer Diagnostik

    Bei jedem Verstorbenen ist folgende apparative Diagnostik durchzuführen, sofern nicht bereits aktuelle Vorbefunde gegebenenfalls auch in Form eines CTs oder MRTs vorliegen:

    • Röntgen Thorax (1 m Abstand)
    • Ultraschall des Abdomens

    Abhängig davon, welche Organe entnommen werden sollen, ist folgende Zusatzdiagnostik durchzuführen:

    • 12-Kanal-EKG
    • Echokardiographie, ggf. transösophageal
    • Bronchoskopie (diese kann gegebenenfalls auch im Rahmen der Organentnahme durchgeführt werden)

    Die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse erfolgt mittels der hierfür entwickelten Befundbögen für Sonographie, Echokardiographie und Bronchoskopie.

    Abdomen Sonographie – Befundbogen für Organspender

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    Bronchoskopie – Befundbogen für Organspender

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    Echokardiographie – Befundbogen für Organspender

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  • Weiterführende Untersuchungen

    Ergibt sich aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen nach Beurteilung des DSO-Koordinators - gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines Arztes des Entnahmekrankenhauses und/oder des Transplantationszentrums - die Notwendigkeit weitergehender diagnostischer Maßnahmen (z.B. MRT/CT/Koronarangiographie), so führt das Krankenhaus diese Zusatzdiagnostik durch.

    Kann eine apparative Untersuchung aufgrund der Infrastruktur des Krankenhauses nicht durchgeführt werden, muss eine Einzelfallentscheidung durch den DSO-Koordinator bezüglich der weiteren Vorgehensweise getroffen werden

     
  • Download

    Leitfaden für die Organspende

    Ausführliche Fachinformationen für ärztliches und pflegerisches Personal auf Intensivstationen

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    Organspende kompakt

    Kompaktinformationen zur Organspende

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    Verfahrensanweisungen nach § 11 des Transplantationsgesetzes

    3. Aktualisierung Stand: Januar 2017

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