Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 2.172 Nieren nach postmortaler Organspende und 600 nach einer Lebendspende transplantiert.
Zur Zeit warten über 8.000 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan.
Empfänger
Bei endgültigem Nierenversagen kann nur die regelmäßige Dialyse oder eine Transplantation das
Leben des Patienten erhalten. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind
die primär insulinabhängige Diabetes mellitus mit Nierenkomplikation, das chronische nephritische Syndrom
und die polyzystische Niere.
Lebendspende
Da Nieren paarig angelegt sind, ist prinzipiell eine Lebendspende möglich. 2009 wurden in 38 Zentren
insgesamt 600 Nierentransplantationen nach
Lebendspende
vorgenommen, 21,6 Prozent aller Nierentransplantationen. Vor
allem die Lebendspende von Erwachsenen für volljährige Patienten hat in den vergangenen Jahren
zugenommen. Voraussetzungen für die Lebendspende
sind der gute Gesundheitszustand des Spenders und die Freiwilligkeit der Spende, die durch eine unabhängige
Lebendspende-Kommission
geprüft wird. Als Spender in Frage kommen nahe Verwandte und Personen, die dem Empfänger
persönlich eng verbunden sind.
Konservierung und Spenderkriterien
Nach der Entnahme werden die Spendernieren mit einer gekühlten Lösung perfundiert und spätestens innerhalb
von 24 Stunden transplantiert.
Geschichte
Die erste erfolgreiche Transplantation mit dauerhaftem Erfolg war eine Nierentransplantation:
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1954 übertrug der Chirurg Joseph Murray am Bostoner Bent Brigham Hospital dem
schwer nierenkranken Richard Herrick die Niere seines Zwillingsbruders Ronald.
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1959 gelang ebenfalls in Boston, mit Hilfe der neu entwickelten Immunsuppressiva, die
erste Nierentransplantation bei Verwandten.
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1963 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Berlin von Wilhelm Brosig und Reinhard Nagel vorgenommen.
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