Ergebnisse
Die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsrate nach Nierentransplantation liegt bei der Transplantation von Organen lebender Spender bei 85,3 Prozent. Nach der Transplantation von Organen verstorbener Spender beträgt dieser Wert 70,7 Prozent. Der Grund für die bessere Funktionsrate bei Lebendspende ist die kürzere Ischämiezeit (Zeitraum der unterbrochenen Durchblutung eines Organs), da Organentnahme und -übertragung in einem Transplantationszentrum durchgeführt werden.

Insgesamt liegt die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsrate nach Nierentransplantation in Deutschland bei 73,4 Prozent.




Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 2.272 Nieren nach postmortaler Organspende und 665 nach einer Lebendspende transplantiert. Zur Zeit warten rund 8.000 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan.


Empfänger
Bei endgültigem Nierenversagen kann nur die regelmäßige Dialyse oder eine Transplantation das Leben des Patienten erhalten. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind die primär insulinabhängige Diabetes mellitus mit Nierenkomplikation, das chronische nephritische Syndrom, die hypertensive Nierenkrankheit mit Niereninsuffizienz und die polyzystische Niere.



Lebendspende
Da Nieren paarig angelegt sind, ist prinzipiell eine Lebendspende möglich. 2010 wurden in 38 Zentren insgesamt 665 Nierentransplantationen nach Lebendspende vorgenommen, 22,6 Prozent aller Nierentransplantationen. Vor allem die Lebendspende von Erwachsenen für volljährige Patienten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Voraussetzungen für die Lebendspende sind der gute Gesundheitszustand des Spenders und die Freiwilligkeit der Spende, die durch eine unabhängige Lebendspende-Kommission geprüft wird. Als Spender in Frage kommen nahe Verwandte und Personen, die dem Empfänger persönlich eng verbunden sind.



Konservierung und Spenderkriterien
Nach der Entnahme werden die Spendernieren mit einer gekühlten Lösung perfundiert und spätestens innerhalb von 24 Stunden transplantiert.

Geschichte
Die erste erfolgreiche Transplantation mit dauerhaftem Erfolg war eine Nierentransplantation:
1954 übertrug der Chirurg Joseph Murray am Bostoner Bent Brigham Hospital dem schwer nierenkranken Richard Herrick die Niere seines Zwillingsbruders Ronald.
1959 gelang ebenfalls in Boston, mit Hilfe der neu entwickelten Immunsuppressiva, die erste Nierentransplantation bei Verwandten.
1963 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Berlin von Wilhelm Brosig und Reinhard Nagel vorgenommen.