Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 298 Lungentransplantationen in 13 Zentren durchgeführt, davon 16
gleichzeitig mit einer Herztransplantation. 2010 wurden 416 Patienten neu zur Transplantation angemeldet.
Empfänger
Für die Aufnahme in die Warteliste muss ein endgültiges, nicht-rückbildungsfähiges
Lungenversagen vorliegen, das eine lebenserhaltende medikamentöse oder apparative
Ateminsuffizienzbehandlung erforderlich macht. Die häufigste Indikation für eine Lungentransplantation
war die chronische obstruktive Lungenkrankheit.
Herz-Lungen-Transplantation
Bei irreversiblen Erkrankungen von Herz und Lunge ist eine Transplantation beider Organe angezeigt. Die
Primärerkrankung kann das Herz betreffen, z.B. angeborenene Herzfehler, und zum Bluthochdruck in der Lunge
führen. Lungenerkrankungen können eine Herzinsuffizienz bedingen, z.B. Fibrose oder Emphysem. Die
Patienten leiden unter schwerer Atemnot und starkem Gewichtsverlust.
Konservierung und Spenderkriterien
Die Lunge ist ein sehr empfindliches Organ und erleidet leicht irreversible Schäden. Die
Konservierungszeit sollte maximal 6 Stunden betragen. Die Blutgruppen des Spenders und Empfängers
müssen kompatibel sein.
Geschichte
Erstmals transplantierte James D. Hardy 1963 in Jackson/Mississippi eine linke Lunge. Bücherl in Berlin führte
im Jahr 1967 zwei Lungentransplantationen durch. Im Laufe der Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass es
einfacher und erfolgversprechender ist, Herz und Lunge gemeinsam zu verpflanzen.
|