Im Jahr 2010 wurden in Deutschland zehn Dünndarmtransplantationen durchgeführt.


Empfänger
Damit Patientinnen oder Patienten auf die Warteliste aufgenommen werden, müssen sie lebenslang ausschließlich auf eine Ernährung durch Dauerinfusion angewiesen sein. Dabei werden die Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf eingeleitet. Es kann verschiedene Ursachen für die Notwendigkeit dieser Behandlung geben:

a) ein Kurzdarmsyndrom, das bedeutet eine signifikante Mangelernährung bedingt durch einen ausgedehnten Verlust des Dünndarms
b) eine funktionelle Störung
c) ein eingeschränkt bösartiges Geschwulst, das keine Tochtergeschwülste bildet
d) eine durch eine Strahlentherapie verursachte Entzündung der Darmwand, wenn mehr als fünf Jahre kein Tumor nachzuweisen war.

Konservierung und Spenderkriterien
Die Konservierungszeit der Transplantate sollte maximal sechs Stunden betragen. Die Blutgruppen des Spenders und des Empfängers müssen kompatibel sein.

Geschichte
Die erste erfolgreiche isolierte Dünndarmtransplantation in Deutschland wurde 1987 von Eberhard Deltz in Kiel durchgeführt.