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Nierentransplantation

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 1.550 Nieren nach postmortaler Organspende und 645 nach einer Lebendspende transplantiert. Zur Zeit warten rund 8.000 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Empfänger

Bei endgültigem Nierenversagen kann nur die regelmäßige Dialyse oder eine Transplantation das Leben des Patienten erhalten. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind die primär insulinabhängige Diabetes mellitus mit Nierenkomplikation, das chronische nephritische Syndrom, die hypertensive Nierenkrankheit mit Niereninsuffizienz und die polyzystische Niere.

Lebendspende

Da Nieren paarig angelegt sind, ist prinzipiell eine Lebendspende möglich. 2015 wurden in 38 Zentren insgesamt 645 Nierentransplantationen nach Lebendspende vorgenommen, 29,4 Prozent aller Nierentransplantationen. Als Spender in Frage kommen nahe Verwandte und Personen, die dem Empfänger persönlich eng verbunden sind.

Konservierung und Spenderkriterien

Nach der Entnahme werden die Spendernieren mit einer gekühlten Lösung perfundiert und spätestens innerhalb von 24 Stunden transplantiert.

Geschichte

Die erste erfolgreiche Transplantation mit dauerhaftem Erfolg war eine Nierentransplantation:

  • 1954 übertrug der Chirurg Joseph Murray am Bostoner Bent Brigham Hospital dem schwer nierenkranken Richard Herrick die Niere seines Zwillingsbruders Ronald.
  • 1959 gelang ebenfalls in Boston, mit Hilfe der neu entwickelten Immunsuppressiva, die erste Nierentransplantation bei Verwandten.
  • 1963 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Berlin von Wilhelm Brosig und Reinhard Nagel vorgenommen.
 
  • Grafiken

    Anmeldungen und Nierentransplantationen

    Seit einigen Jahren ist die Zahl der Nierentransplantationen in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

    Wurde zu Beginn der Dekade noch ein Höchstwert von 2.937 Nierentransplantationen verzeichnet, zählte das Jahr 2015 nur noch 2.195 Nierentransplantationen.

    Im Jahr 2015 wurden 3.075 Menschen zur Nierentransplantation angemeldet. Davon waren 2.646 Neuanmeldungen und 429 Wiederholungsanmeldungen. Eine Wiederholungsanmeldung ist eine erneute Anmeldung eines bereits transplantierten Patienten auf die Warteliste für das gleiche Organ.


    Nierentransplantationen (ohne Lebendspende)

    In 38 deutschen Transplantationszentren wurden im Jahr 2015 insgesamt 1.550 Nieren nach postmortaler Organspende transplantiert.


    Nierentransplantationen nach Lebendspende

    Im Jahr 2015 wurden in 38 Transplantationszentren 645 Nieren von lebenden Spendern (inkl. blutgruppeninkompatible Nierenlebendspenden) übertragen.

    Indikationen für eine Nierentransplantation

    Die Abbildung zeigt die zehn häufigsten ICD-10 Hauptdiagnosen bei der Neuanmeldung eines Patienten auf der Warteliste für ein Nierentransplantat.

    Bei einem Patienten sind mehrere Diagnosen möglich. Insgesamt gab es 61 Hauptdiagnosen bei 2.646 Fällen. Auf 2.135 Fälle treffen die zehn häufigsten Diagnosen zu.

    Die häufigsten Diagnosen, die eine Nierentransplantation notwendig machen, waren 2015 die zystische Nierenkrankheit, das chronische nephritische Syndrom, die chronische Nierenkrankheit, Typ-1-Diabetes sowie die hypertensive Nierenkrankheit. 

    Aktive Warteliste und Nierentransplantation

    Die Patientenzahl auf der aktiven Warteliste für eine Niere blieb seit 2010 relativ konstant.


    Anteil der Nierenlebendspenden an der Nierentransplantation

    Der Anteil der Nierentransplantationen nach einer Lebendspende lag im Jahr 2015 bei 29,4 Prozent.

     

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