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Lebertransplantation

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 846 Lebertransplantationen nach postmortaler Organspende und 45 nach einer Lebendspende durchgeführt. 2015 wurden 1.308 Patienten neu zur Lebertransplantation angemeldet.

Empfänger

Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Versuche, die Funktion der Leber zeitweise zu ersetzen, sind derzeit in der klinischen Erprobung (künstliche Leber). Die meisten Patienten auf der Warteliste leiden an einer alkoholischen Leberzirrhose. Seltener sind Tumore oder Gefäßerkrankungen Grundlage des chronischen Leberversagens.

Teilleber-Lebendspende

Die besondere Anatomie der Leber ermöglicht die Spende eines Leberteiles. Bei der Teilleber-Lebendspende wird ein Teil der Leber entnommen und dem Empfänger als Ersatz für die erkrankte Leber übertragen. 2015 wurden 45 Teilleber-Lebendspenden an elf deutschen Kliniken vorgenommen. Die Übertragung eines Leberteiles wird vor allem von Eltern auf Kinder praktiziert. Der Anteil der Teilleber-Lebendspende an der Lebertransplantation lag im Jahr 2015 bei 5,0 Prozent.

Splitleber

Auch bei einer postmortalen Spende kann die Leber geteilt werden (Splitleber). Das kleinere Segment wird einem Kind transplantiert, das größere meist einem erwachsenen Empfänger.

Dominotransplantation

Eine spezielle Stoffwechseldysfunktion der Leber (Amyloidose) kann verschiedene innere Organe schädigen (Herz, Gastro-Intestinaltrakt sowie peripheres Nervensystem) und führt ohne eine Transplantation zum Tod. Ein betroffener Patient kann jedoch gleichzeitig seine eigene Leber spenden. Sie ist trotz Enzymdefekt funktionell und anatomisch in Ordnung und stellt eine Option für akut vom Tod bedrohte Wartelistenpatienten dar, weil der zu erwartende Organbefall durch die Dysfunktion erst nach Ablauf von 20  bis 30 Jahren eintritt.

Konservierung und Spenderkriterien

Lebertransplantate werden in gekühlten Lösungen maximal bis zu 12 Stunden vor der Transplantation aufbewahrt. Blutgruppe von Spender und Empfänger müssen verträglich sein, die Größe des Organs oder Organteils den Anforderungen des Empfängers entsprechen.

Geschichte

  • 1967 wurde die weltweit erste erfolgreiche Lebertransplantation in Pittsburgh, Pennsylvania, von Thomas E. Starzl durchgeführt.
  • 1969 nahmen Alfred Gütgemann und T. S. Lie die erste Lebertransplantation in Deutschland an der Universitätsklinik Bonn vor.
 
  • Grafiken

    Neuanmeldungen und Lebertransplantationen

    Die Zahl der Lebertransplantationen nach postmortaler Spende war im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Auch die Anzahl der Lebendspenden ist gesunken. Neu angemeldet auf der Warteliste wurden 1.308 Patienten.


    Lebertransplantationen (ohne Lebendspende)

    In Deutschland gab es im Jahr 2015 in 23 Transplantationszentren insgesamt 846 Lebertransplantationen nach postmortaler Organspende (ohne Dominospende).


    Indikationen für eine Lebertransplantation

    Fibrosen und Zirrhosen der Leber sowie die alkoholische Leberkrankheit waren im Jahr 2015 die Hauptgründe für eine Anmeldung zur Lebertransplantation.


    Anteil der Teilleber-Lebendspenden an der Lebertransplantation

    Der Anteil der Transplantationen von Lebersegmenten lebender Spender an der Gesamtzahl der Lebertransplantationen lag im Jahr 2015 bei 5,0 Prozent.


    Transplantationen nach Teilleber-Lebendspende

    Im Jahr 2015 wurden bundesweit in elf Transplantationszentren 45 Teil-Lebertransplantationen nach einer Lebendspende durchgeführt.

     

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