17.01.2008

Organspendezahlen 2007 auf bisher höchstem Niveau
Erstmals 16 Spender pro eine Million Einwohner in Deutschland

Im vergangenen Jahr hat die Organspende in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. 1.313* Menschen haben nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Organspende geholfen, das sind 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2006: 1.259). Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt der Bundesdurchschnitt in 2007 erstmals bei einer Quote von 16 Spendern pro eine Million Einwohner. „Unser aufrichtiger Dank gilt allen Spendern und ihren Angehörigen, die durch ihre Entscheidung für Organspende anderen Menschen die Chance auf ein neues Leben geschenkt haben“, erklärt Professor Dr. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Insgesamt wurden der internationalen Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) 4.139 Organe aus Deutschland für Wartelisten-Patienten aus dem ET-Verbund zur Verfügung gestellt (2006: 3.925). Durch die Zunahme der Organspenden erhöhte sich auch die Zahl der bundesweit durchgeführten Transplantationen von 4.031 auf 4.250, was einer Steigerung von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

„Diese erneute Steigerung wäre ohne die intensive Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und unseren Partnern aus der Politik und dem Gesundheitswesen nicht möglich gewesen“, betont Dr. Thomas Beck, kaufmännischer Vorstand der DSO. Insbesondere die Ministerien hätten im vergangenen Jahr die Organspende durch zahlreiche Kampagnen und öffentliche Veranstaltungen auf Bundes- wie auf Länderebene vorbildlich und mit außergewöhnlichem Engagement unterstützt, so Beck.

Auch wenn in Deutschland in den vergangenen Jahren die Zahl der Organspenden kontinuierlich gestiegen ist, kann immer noch nicht allen Patienten geholfen werden. Rund 12.000 schwer kranke Menschen hoffen auf eine lebensrettende Transplantation. Nach wie vor sterben im Durchschnitt an jedem Tag drei Patienten auf der Warteliste, weil für sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan zur Verfügung steht. Vor diesem Hintergrund plädiert Professor Dr. Günter Kirste für mehr Aufklärung in der Bevölkerung. „Wenn jeder bereit ist und jeder mitmacht, kann allen geholfen werden“, lautet das einfache Fazit des Mediziners. Schließlich könne jeder in die Situation geraten, aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit auf eine Transplantation angewiesen zu sein. Zu viele Menschen hätten sich bisher noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt, so Kirste. In enger Zusammenarbeit mit ihren Partnern setze die bundesweite Koordinierungsstelle auch weiterhin alles daran, die Gemeinschaftsaufgabe Organspende zu fördern und damit den Patienten auf der Warteliste die lebensrettende Transplantation zu ermöglichen.


* alle Zahlen aus dem Jahr 2007 sind vorläufige Zahlen


Anhang: Jahresergebnisse 2006 / 2007 der einzelnen DSO-Regionen (63 KB)