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03.12.2007
DSO schlägt Alarm: Bundestagsabgeordneter fordert gesetzwidriges Verhalten
Nicht-medizinische Kriterien dürfen keine Rolle bei Organvergabe spielen
In der skurrilen Forderung des SPD-Abgeordneten Wolfgang Wodarg, die Organspenden von gesetzlich Versicherten auch nur dieser Versichertengruppe
zukommen zu lassen, sieht die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) eine Aufforderung zum Verstoß gegen das Transplantationsgesetz,
das eine Chancengleichheit für alle Patienten vorsieht. Die Verteilung der Spenderorgane geschieht durch die niederländische Stiftung
Eurotransplant nach den strengen medizinischen Kriterien Dringlichkeit und Erfolgsaussicht.
Der DSO-Vorstand kritisiert die Forderung Wodargs aufs Schärfste und wirft ihm vor, die Organspendebereitschaft mit seinen Fehlinterpretationen
und absurden Forderungen nachhaltig zu beschädigen. 12.000 Menschen warten auf ein lebensrettendes Organ, drei davon sterben täglich,
weil es nicht genügend Organspenden gibt. Anstatt dem Organmangel mit derart unethischen Vorschlägen zu begegnen, sollten wir durch mehr
Aufklärung die Spendebereitschaft innerhalb der Bevölkerung erhöhen. Ein Ausschluss bestimmter Personengruppen von einer Organspende
ist ethisch wie moralisch verwerflich. Weder der Versichertenstatus, noch der soziale Status, das Alter, die Religion oder sonstige nicht-medizinische
Kriterien dürfen bei der Organverteilung eine Rolle spielen, so der medizinische Vorstand Prof. Dr. Günter Kirste. Er warnt
ausdrücklich davor, eine Diskussion anzufachen, die letztlich in den Ausschluss von Randgruppen bestimmter religiöser oder ethnischer
Zugehörigkeit münden könnte. Gerade ein Arzt sei zur medizinischen Behandlung aller Menschen verpflichtet.
Auch für Wodargs Behauptungen, Privatpatienten würden bei der Transplantation bevorzugt, gibt es laut DSO keinerlei Anhaltspunkte. Die
Stiftung weist erneut darauf hin, dass die Anzahl der Transplantationen nach postmortaler Spende für Privatpatienten den eigenen Erhebungen
für das Jahr 2005 bei rund acht Prozent liege.
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