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24.04.2013 | Berlin/Frankfurt am Main

Entwicklung der postmortalen Organspende in Deutschland


Bundesweit warten etwa 12.000 schwerkranke Patienten auf eine lebensrettende Transplantation. Gleichzeitig kann nur etwa einem Drittel von ihnen jährlich mit einem neuen Organ geholfen werden, weil zu wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen.

 

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der postmortalen Organspende zeigt, dass diese immer wieder Schwankungen unterliegt. Die genauen Gründe für diese Veränderungen können meist nur ansatzweise erklärt werden. Zu viele Faktoren beeinflussen Monat für Monat diese Zahlen, die für die Menschen auf der Warteliste dennoch so entscheidend sind. Die Rückschläge, die die Organspende in den vergangenen Monaten erlebte, waren in ihrer Dimension jedoch besonders dramatisch und sie sind bis heute spürbar. Im Jahr 2012 sank die Zahl der Spender um 12,8 Prozent und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2002. Besonders ausgeprägt war der Rückgang der zweiten Jahreshälfte. Vor allem im Oktober verzeichnete die DSO einen außergewöhnlichen Tiefstand von nur 63 Spendern.

 

Auch im ersten Quartal des Jahres 2013 setzt sich der rückläufige Trend bei der Organspende fort. Einen deutlichen Einbruch der Zahlen gab es erneut im Januar, in dem es bundesweit lediglich 65 Spender gab. Insgesamt verzeichnete die DSO von Januar bis März 2013 deutschlandweit 230 Organspender, im Vorjahreszeitraum waren es noch 281. Dementsprechend sank die Zahl der gespendeten Organe und der durchgeführten Übertragungen. Wie sich die Organspende im Verlauf des weiteren Jahres 2013 entwickeln wird, bleibt abzuwarten, wenngleich die DSO auf eine Stabilisierung der Zahlen hofft. Für eine verlässliche Prognose ist es nach Einschätzung der DSO noch zu früh, denn auch hier zeigt der langfristige Vergleich der Jahresquartale immer wieder Schwankungen.

 

Unbestritten bleibt jedoch, dass die aufgedeckten Manipulationen in Transplantationszentren deutliche Spuren hinterlassen haben. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Transplantationsmedizin wurde erheblich geschwächt, was sich in Folge dessen auch negativ auf die Organspende ausgewirkt hat.

 

Die breite Verunsicherung hat sich für die DSO auf vielen Ebenen bemerkbar gemacht, sei es bei Gesprächen am Infotelefon Organspende oder den Rückmeldungen aus den Regionen in der Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern. Die Zustimmungsquote in den von der DSO geführten Angehörigengesprächen sank im vergangenen Jahr zwar nur leicht. Ungewiss bleibt jedoch, in welchem Maße Angehörige bereits im Vorfeld einer möglichen Organspende ihre Ablehnung ausgedrückt haben.

Ein Rückgang der Konsile zeichnet sich hingegen deutlicher in den Statistiken ab, vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2012. Dass auch hier die Verunsicherungen eine Rolle spielen, liegt aus Sicht der DSO nahe.

 

„Das Vertrauen der Menschen und das Bewusstsein um die Sinnhaftigkeit der Organspende zurückzugewinnen, muss nun die gemeinsame Zielsetzung aller am System der Organspende und Transplantation beteiligten Partner sein“, betont Dr. jur. Rainer Hess, Hauptamtlicher Vorstand für Restrukturierung der DSO. „Wir appellieren daher umso nachdrücklicher an alle Menschen, dass die Organspende nicht an Wert verloren hat“, ergänzt Hess. Jedes gespendete Organ bedeute für einen Patienten auf der Warteliste, dass er eine Chance zum Weiterleben bekommt. Die Solidarität mit diesen Menschen dürfe gerade jetzt nicht verloren gehen. Im Gegenteil: Ihnen zu helfen, sollte das übergeordnete Ziel aller Anstrengungen sein, um die Bereitschaft zur Organspende wieder nachhaltig zu erhöhen.


 
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